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Wer sich heute ein Smartphone kauft, muss sich zunächst für ein Betriebssystem entscheiden. Erst danach kommt die Wahl des Herstellers. Mit 68,2 Prozent Marktanteil (laut Statista) liegt das von Google entwickelte Betriebssystem Android weit vorne.
Die Anzahl der Geräte die mit einem anderen Betriebssystem als Android (inkl. Google-Dienste) oder iOS (von Apple) bestückt sind, ist verschwindend gering, der größte Anteil sind dann noch Android-basierende Betriebssysteme, denen die Daten-neugierigen Google Dienste “entzogen” wurden.
Android ist nicht gleich Android
Bleiben wir also bei Android. Dort gibt es – je nach Hersteller – eine Unsitte. Viele Hersteller flanschen auf dem Android-Kern ihre eigenen Oberflächen auf und würzen diese Mischung gerne mit allerlei Apps, die man gemeinhin “Bloatware” nennt und nicht jedem Kunden einen erkennbaren Nutzen bieten oder schlicht nerven. Dann gibt es Hersteller, die bei Google/Android-Betriebssystem-Updates sofort und regelmäßig in vorderster Front mit dabei sind und andere, die nach 1-2 Updates die Lust am Update verlieren. Das sind zumeist Modelle im extrem günstigen Preisbereich.
Entscheidung fürs Original
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Das Pixel 9 ist platzsparend verpackt.
Foto: Henning Gajek / teltarif.de
Wenn man sich für Android entscheidet, warum nicht gleich für den Originalhersteller Google? Dann kommen die Geräte der Pixel-Serie in Frage. Hier gibt es pures Android. Dem Nutzer stehen alle im Google Play Store verfügbaren Apps offen, und wer sich noch aus anderen Quellen bedienen möchte, kann das mit einem gewissen Rest-Risiko auch tun.
Pixel Nummer 9 ausprobiert
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Zum Öffnen des Kartons müssen die Sicherheitsstreifen entfernt werden.
Foto: Henning Gajek / teltarif.de
Aktuell ist bei Google das Pixel Nummer 9, das es in verschiedenen Varianten gibt (9a, 9 oder 9 Pro). Wir haben uns für das ganz gewöhnliche Pixel 9 entschieden. Im Handel wird für dieses Modell ein Preis von knapp unter 600Euro aufgerufen.
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Zum Lieferumfang gehören ein USB-C auf USB-C-Kabel, eine SIM-Nadel und ein Heft mit Garantiebestimmungen.
Foto: Henning Gajek / teltarif.de
Die Verpackung des Google Pixel 9 ist schlicht und wird analog zum iPhone durch Entfernen von Sicherheitsstreifen aus der Pappschachtel herausoperiert. Mitgeliefert werden ein USB-C auf USB-C Ladekabel, eine Nadel für die SIM-Karte und ein Heftchen mit Garantiebestimmungen in vielen Sprachen. Eine Bedienungsanleitung liegt nicht bei. Einzig auf der Papierhülle, worin das Smartphone steckt, sind die Bedienelemente erklärt. Einen 230-Volt-Netzadapter muss man sich separat besorgen, sofern man nicht schon einen oder mehrere hat. Ältere Adapter enden meist auf USB-A (der “große” Anschluss), dann braucht es noch einen Adapterstecker USB-A auf USB-C oder ein separates USB-A auf USB-C-Kabel.
Vier Farben zur Auswahl
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Macht einen eleganten Eindruck: Das Google Pixel 9 im Karton.
Foto: Henning Gajek / teltarif.de
Google bietet sein Pixel 9 in vier verschiedenen Farben an. Das sind Obsidian (schwarz), Porcelain (Porzellanweiß), Wintergreen (helles Grün) und Peony (pink-rosa). Wir haben Porcelain gewählt.
Das weiße Gehäuse mit dem quer verlaufenden Kamerarahmen sieht edel aus. Die glatte Oberfläche verleitet das Telefon aber, vom vollbeladenen Tisch oder aus der Hand zu rutschen, wenn man es nicht im Auge behält und rechtzeitig reagiert. Wir würden daher dringend dazu raten, sich eine Hülle zu besorgen.
Die Gehäusemaße betragen 152,8 mm x 72,0 mm x 8,5 mm, das Gerät wiegt mit SIM 198 Gramm, dazu kommt dann noch die gewählte Hülle. Das Gerät soll wasserdicht sein (IP68), was wir aber nicht ausprobiert haben.
Beim Öffnen des SIM-Kartenhalters aufpassen
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Der Zugang zum SIM-Karten Schacht (unten rechts). Die Nadel vorsichtig in das richtige Loch rechts stecken.
Foto: Henning Gajek / teltarif.de
Vor dem Start ist eine SIM-Karte einzulegen. Der Kartenhalter ist an der Unterseite zu erreichen. Vorsicht! Es gibt zwei Öffnungen, eine zum Entriegeln des Kartenhalters und die andere für ein Mikrofon. Mit der Nadel nicht in dem falschen Loch stochern, das könnte Schäden im Gerät auslösen. Die Nano-SIM-Karte sitzt fest im Halter. Soll sie später entnommen werden, mit der Nadel die Karte durch die Löcher des Rahmens herausstoßen.
Unser Testmuster wurde mit Android 14 ausgeliefert und direkt nach dem Auspacken auf Updates geprüft. Neben den Kernsystem-Updates gibt es auch welche für Google Play, womit Google bei Herstellern, die es bislang nicht so mit Updates hatten, trotzdem Aktualisierungen ausliefern kann. Schließlich bot uns eine weitere Meldung an, auf Android 15 (“Vanilla Ice Cream”) umzusteigen, was wir natürlich gerne getan haben.
Wertige Verarbeitung
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An der rechten Seite Tasten für Ein/Aus und Lautstärke. Die äußerliche Verarbeitung wirkt hochwertig.
Foto: Henning Gajek / teltarif.de
Das Gehäuse macht einen sehr wertigen Eindruck, es gibt eine Wipptaste (Laut/Leise) an der rechten Seite und darüber der Ein/Ausschalter.
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Der Fingerabdruck-Sensor befindet sich unter dem Display.
Foto: Henning Gajek / teltarif.de
Der Fingerabdrucksensor befindet sich unter der Glasscheibe des Displays.
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Direkt nach dem Einschalten wir das Google Logo sichtbar.
Foto: Henning Gajek / teltarif.de
Beim Hochfahren erscheint das farbige “G” von Google auf dem Display mit 15,8 cm Diagonale (6,24 Zoll). Das Display in OLED-Technik kann FullHD+- auflösen und erlaubt eine dynamischen Bildwiederholrate von 60 bis 120 Hz. Die Grafik wird vom ARM Mali-G715 angesteuert, der mit 425 ppi oder 2424 x 1080 Bildpunkten auflöst.
Den Strom holt das Pixel 9 aus einem 4780-mA-Akku auf Li-Ion-Technologie. Der kann über ein Ladekabel oder induktiv aufgeladen werden. Je nach Intensität der Nutzung kann das Pixel 9 so zwei, vielleicht sogar drei Tage durchhalten.
Den Kontakt zum Netz kann das Pixel 9 über GSM, UMTS, LTE oder 5G aufnehmen, dazu kommen ein WiFi 6 (802.11ax) fähiges WLAN, worüber im 5 GHz und 6 GHz WLAN-Bereich gefunkt werden kann. WiFi-Direct ist möglich.
Einmal Nano, mehrmals eSIM
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Der SIM-Kartenhalter hat nur Platz für eine einzige SIM-Karte (Nano-Format), weitere SIM-Karten müssen als eSIM verwendet werden.
Foto: Henning Gajek / teltarif.de
Um ins Mobilfunknetz zu kommen, können zwei SIM-Karten zugleich verwendet, eine ist eine klassische SIM-Karte im Nano-Format, weitere eSIM sind Software-basierte eSIM(s), die heruntergeladen werden müsssen. eSIM-Karten können auch von einem anderen Gerät übertragen werden, solange es Pixel- oder Android-Geräte sind. Dann zeigt das Google Pixel 9 einen QR-Code an, der mit dem Gegengerät gescannt werden muss. Der Link führt zu “simtransfer.goog”, eine URL, die ein iPhone beispielsweise nicht auswerten kann. Der Transfer einer eSIM zwischen iPhone und Google ist offenbar nicht vorgesehen.
Wie bekomme ich den QR-Code in eine eSIM gewandelt?
Wer auf einer Webseite oder per E-Mail einen QR-Code erhält, hat oft Probleme, diesen auf dem Handy, auf dem dieser QR-Code gerade ankam, auszuwerten. Das Pixel schlägt vor, die Bilddatei abzuspeichern oder einen Screenshot zu erstellen. Dann klickt man auf “eSIM einrichten” und wird gebeten, diese Bilddatei auszuwählen, und so ist die eSIM nach ein paar Klicks verfügbar. Im Setup-Prozess muss noch definiert werden, welche eSIM aktiv sein soll und ob sie für Anrufe, SMS oder mobile Daten verwendet werden soll. Auf Wunsch kann bei schlechter Netzversorgung einer Karte die Daten-SIM automatisch gewechselt werden.
5G auch auf unteren Bändern nutzbar
Was heute im 5G-Zeitalter wichtig ist: Die Unterstützung der Bandkombination n28 (700 MHz) 5G mit B20 (800 MHz) LTE. Bekanntlich funken die meisten Anbieter mit 5G-NSA (non standalone) und das besagt, dass 5G immer 4G als Unterbau braucht. Das Google Pixel 9 beherrscht diese Kombination, wie uns der Netzmonitor verriet. Teure Modelle, etwa mit dem Apfel, tun sich damit bis heute sehr schwer oder können es gar nicht. Konkrete belastbare Informationen bekommt der geneigte Kunde leider nicht.
Verschiedene Frequenz-Versionen
Wer eine Weltreise plant, sollte einen Blick auf die Frequenztabelle werfen: Die Europa-Version hat n28 (700 MHz 5G), B20 (800 MHz LTE), Band 8 (900 MHz GSM/LTE) und es stehen auch Band 32 (1500 MHz), Band B3/n3 (1800 MHz, das frühere UMTS-Band B1/n1 (2100 MHz) ferner das im Ausland oft zu findende Band 41 (2500 MHz) oder Band 7/38 (2600 MHz) bzw. n78 (3500 MHz) zur Verfügung.
Die USA-Version verfügt über Band 71 (600 MHz), 700, 850, 900, 1700, 1800, 1900, 2100, 2300, 2500 und 3500 MHz.
Die asiatische Variante entspricht den USA, kommt jedoch ohne 600 MHz daher.
In Ländern, wo es noch 3G/UMTS gibt, könnte das auf 800, 850, 900, 1700, 1900 oder 2100 MHz genutzt werden. Wo 2G/GSM noch funktioniert, stehen 850, 900, 1800 und 1900 MHz offen.
Was arbeitet unter der Haube?
Die notwendige Rechenpower liefert ein Prozessor, der von Google “Tensor G4” getauft wurde. Darin befinden sich 8 Kerne, worin 4x Cortex A520, 3x Cortex A720 und 1x Cortex X4 (4-nm-Prozess) enthalten sind. Ihm stehen 12 GB RAM (im Test waren davon im “Leerlauf” knapp 10 GB genutzt) und ein sogenannter “Titan M2”-Sicherheitschip zur Seite. Der interne Geräte-Speicher kann mit 128 oder 256 GB geordert werden, das Testgerät hatte völlig ausreichende 128 GB.
Zeit fürs Einrichten nehmen
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Zur Einrichtung wurden die Daten eines vorhandenen Google-Modells (rechts Unihertz Titan Slim) übernommen.
Foto: Henning Gajek / teltarif.de
Die Entsperrung des Telefons erfolgt beim ersten Einschalten über den Code, danach können Fingerabdruck oder Gesichtserkennung gewählt werden.
Beim Setup kann gewählt werden, ob man die klassische Steuerung über drei Funktionssymbole unten (Pfeil, Kreis, Quadrat) oder die Wischgesten bevorzugt. Wer sich für den Klassiker entscheidet, muss damit rechnen, dass bestimmte Apps (wie z. B. “MeinVodafone”) schlecht bedienbar werden, weil die Funktionsflächen die Schaltflächen der App überdecken können. Da kann man Google keinen Vorwurf machen.
Wir haben das Telefon überwiegend mit “Büroanwendungen” benutzt, genauer mit E-Mail und Messaging-Diensten, und ab und an ein YouTube Video oder Nachrichten-Webseiten wie teltarif.de und andere. Gespielt wurde mit dem Gerät nicht.
Die Kameras
Die Kamera besteht in Wirklichkeit aus zwei Kameras, einer 50-Megapixel-Hauptlinse und einer Ultraweitwinkellinse mit 48 Megapixel. Dazu kommt dann noch die 10,5-MP-Kamera auf der Frontseite dazu, um Selfies aufzunehmen.
Die Kamera macht im Normalfall mehr als ordentliche Bilder. In extremen Situationen haben wir sie nicht getestet. Zwei Bilder bei schlechter Beleuchtung einer staubigen Computer-Tastatur zeigen, dass sich die Pixel-Kamera nicht zu verstecken braucht.
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Testfoto bei schlechter Beleuchtung (indoor) mit dem iPhone15 Pro.
Foto: Henning Gajek / teltarif.de
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Testfoto bei schlechter Beleuchtung (indoor) mit dem Google Pixel 9
Foto: Henning Gajek / teltarif.de
Das Google Pixel 9 in Plus und Minus
Zum Schluss ein paar Plus und Minuspunkte, wobei richtig zu kritisieren hatte ich an diesem Gerät eigentlich nichts.
- Original Android von Original Google
- Beherrscht 4G/5G-Bandkombination n28/B20
- Rutschiges Gehäuse
- Kamerarahmen trägt auf
Wer in den High-End-Bereich vorstoßen möchte, könnte zum Google Pixel 9 Pro tendieren, dort gibt es 16 GB RAM (statt 12 GB) und ein Display mit einer Auflösung von 1280 x 2856 Pixeln im Vergleich zu 1080 x 2424 Pixeln beim Pixel 9. Das Pixel 9 Pro nutzt eine LTPO genannte Technik, womit die dynamischere Umschaltung der Bildwiederholfrequenz und eine bessere Energieeffizienz erzielt werden soll (von uns nicht getestet). Wer seinen Kostenrahmen reduzieren muss, könnte am Pixel 9a (von uns nicht getestet) Gefallen finden, das nur über 8 GB RAM-Speicher verfügt, dafür aber nur rund 450 Euro kostet.
Zum Pixel die passende Smartwatch? Mit Wear OS 6 möchte Google dem Erzrivalen Apple Konkurrenz machen.
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